Historische Fassade des Hotels Van der Valk am Marktplatz
Bild: Van der Valk Hildesheim
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Wunderschönes Van der Valk Hildesheim

Vom Bahnhof Hildesheim sind es nur wenige Gehminuten in die Innenstadt, zum Marktplatz und zum Hotel „Van der Valk“. Neben dem imposanten Knochenhaueramtshaus ist das Gebäudeensemble das schönste am Platz.

Drei Häuser, ein Hotel

Das eigentlich Besonders ist aber, dass das Hotel aus insgesamt drei Häusern besteht, die jeweils aus anderen Zeitepochen stammen, und zwar aus dem 16., 17. und 18. Jahrhundert, und dass diese schon immer, also seit knapp 500 Jahren, Herbergen waren.

Eintauchen und wohlfühlen

Rokoko Saal mit Stuck, Kronleuchter und Flügel
Bild: Van der Valk Hildesheim

Das Entree befindet sich im Rokoko-Haus in der Mitte zwischen der Stadtschänke, einem Fachwerkhaus aus dem Jahr 1666, und dem Wollenweberhaus aus dem 16. Jahrhundert. Ein Flügel, petrolfarbene Wände, Leseecken, Ohrensessel, ein opulenter Kronleuchter, auf der Galerie eine offene Bibliothek und in der Mitte der Empfang. Auch wenn ich gerade ziemlich abgekämpft in Turnschuhen und Sommerkleid ankomme, fühle ich mich hier keineswegs fehl am Platz. Es herrscht ein wuseliges Kommen und Gehen. Touristen checken ein und aus. In einem Konferenzsaal nebenan proben Musiker für eine Veranstaltung am Abend auf dem Markplatz. Eine Gruppe Urlauber sitzt lachend in einer Sitzgruppe und in der Stadtschänke nebenan gönnen sich Einheimische ein frühes Feierabendbier. Hier herrscht Wohlfühlatmosphäre, durch und durch.

Familienbetrieb mit mehr als 90 Hotels weltweit

Ich treffe mich mit Jürgen Völkel. Der Sales- und Marketing-Manager berichtet über noch mehr Besonderheiten. „Diese Häuser, der Marktplatz und so ziemlich auch der Rest von Hildesheim wurden am 22. März 1945 in einem Bombenhagel komplett zerstört. Der gesamte Marktplatz wurde in den 80er Jahren nach historischem Vorbild wieder aufgebaut. So auch diese drei Gebäude.“ Das alles passierte auf Initiative der Hildesheimer Bürger und mit Hilfe von Spenden. Zwischen 1984 und 1990 riss man die Nachkriegsgebäude auf dem Marktplatz ab und errichtete originalgetreu die imposanten Fachwerkhäuser wieder.

Das niederländische Familienunternehmen Van der Valk übernahm das Vier-Sterne-Hotel 2006. „1929 gründeten Martinus und Riet Van der Valk ein kleines Ausflugslokal im holländischen Voorschoten. Mit den Jahren kamen Hotels und mehr Restaurant dazu. Heute sind es mehr als 90 weltweit, und alle werden immer noch von Familienmitgliedern geführt, so auch das Hildesheimer Van der Valk “, erzählt Jürgen Völkel.

Bild: Van der Valk Hildesheim

Zimmer mit Ausblick

Mein Zimmer ist eines von insgesamt 125 und liegt im dritten Stock. Der Blick geht hinaus auf den wunderschönen Marktplatz. Rechts das imposante Knochenhaueramtshaus. Wie ich schon bei einer Stadtführung erfahren habe, ist es mit 26 Meter und fünf Stockwerken das höchste Fachwerkhaus weltweit.

Auf dem Weg hinunter zum Pool im Untergeschoss verlaufe ich mich fast. Denn die drei Gebäude sind natürlich über Treppenhäuser und Fahrstühle miteinander verbunden, aber eben nicht auf allen Ebenen. So muss ich von meinem Gebäudeteil, der Stadtschänke, über das mittlere Gebäude hinüber in das Wollenweberhaus und von dort ins Tiefparterre. Unten angekommen – zum Glück ohne gesehen zu werden, denn nur in Badeanzug und -mantel mit Schlappen bekleidet, wollte ich niemandem über den Weg laufen – habe ich den herrlichen Pool ganz für mich allein. Es ist 19 Uhr, draußen herrscht noch Sommer und die meisten Gäste sind entweder beim Abendessen oder versammeln sich für das Konzert auf dem Marktplatz. Ich ziehe entspannt eine halbe Stunde meine Bahnen, bevor auch ich mich zum Abendessen im Gildehaus, dem hoteleigene Restaurant, fertig mache.

Genuss auf allen Ebenen

Nach einem Aperitif in der Stadtschänke schlendere ich hinüber ins Gildehaus. Überall ist die Historie sichtbar: Fachwerknischen, Kassettendecken, Holzschnitzereien an den Wänden vermischen sich mit modernem hellen Ambiente. „Einfach schön“, denke ich.

Die Speisekarte bietet für jeden Geschmack etwas: Vom Klassiker Schnitzel mit Bratkartoffel über Regionales, wie Kalbsleber „Himmel und Erde“ bis zu feinen vegetarischen und veganen Gemüse-Gerichten. Es ist Freitag – Buffet-Tag – und so habe ich das Glück, den Querschnitt der Speisekarte genießen zu können: Gegrillte Fleisch- und Fisch-Spezialitäten, Anti-Pasti und Salate und Süßspeisen. Besonders angetan hat es mir die Empfehlung meiner netten Bedienung: „Probieren Sie unbedingt unsere Beeren-Kaltschale. Ich kann das nachher alles nicht allein aufessen“, sagt sie lachend und zeigt auf einen großen Topf. Der Bitte komme ich natürlich nach und kann gar nicht mehr aufhören, diese köstliche Fruchtsuppe zu löffeln. So lasse ich mit Ausblick auf den Markt, einem kühlen Glas Weißwein und leckerem Essen den Tag im Van der Valk Hildesheim genussvoll ausklingen.

Bild: Van der Valk Hildesheim

Unsere Serie „in fremden Betten“

Für die einen eine schöne Erfahrung, für die anderen ein notwendiges Übel: Wer für mehrere Tage verreist, der übernachtet naturgemäß nicht im eigenen Bett. Egal, ob Hotel, Pension, Tiny House, Baumhaus, Hausboot oder umgebaute Industriehalle – ich habe mich freiwillig in fremde Betten begeben und stelle dir die schönsten, aufregendsten, erholsamsten und seltsamsten Übernachtungsmöglichkeiten vor. Wenn dir das gefällt, lies doch gleich auch unseren Bericht über das destinature Dorf in Hitzacker.

Weitere Infos findet ihr hier:

Julia vom erixx

Julia vom erixx

Julia ist seit mehr als 20 Jahren freiberufliche Journalistin. Sie liebt Ausflüge, gutes Essen und ihre Familie. Mit ihnen unternimmt sie nahezu jedes Wochenende Kurztrips in die Region, über die sie dann gern auch schreibt.

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