Bild: Anika Werner
Ausflugstipp

Wo sich im Harz die Schlangen schlängeln

Mehr als 450 Tiere wohnen auf der Schlangenfarm in Schladen. Nach einer langen Pandemie bedingten Pause hat diese nun endlich wieder für Besucher geöffnet.

Oliver Keudel war schon als Kind fasziniert von exotischen Tieren. Schon damals beobachtete er gern Schlangen draußen in der Natur. Das erste Reptil zog bei ihm ein, als er ein Teenager war. Inzwischen pflegt er gemeinsam mit Svenja Büsing mehr als 450 Tiere auf der Schlangenfarm Schladen. Seit 2020 leiten die beiden die Farm. Der ursprüngliche Gründer hatte die Farm zunächst an ein Unternehmen verkauft, das hier Medikamente herstellen wollte. Die Behörden lehnten dies ab und so dürfen Oliver und Svenja heute ihren Besucher die faszinierende Welt der Schlangen nahe bringen.

Schlangen sind Ausbruchskünstler

Beim Rundgang auf der Schlangenfarm Schladen gehen die Besucher in einem Innenhof von Fenster zu Fenster. Dahinter wohnen die Schlangen. Gleich als erstes begrüßt mich eine Kornnatter. Oliver sagt: „Diese Schlangen werden am meisten in Terrarien gehalten. Sie sind Ausbruchskünstler und suchen ständig nach Wegen zu entkommen. Meistens findet man sie unter dem Kühlschrank, der Kompressor sorgt hier meist für ein angenehm warmes Plätzchen.“ Die Kornnatter ist offenbar eher der gemütliche Typ. Ganz im Gegensatz zu der Schlange im nächsten Fenster. Oliver öffnet es und ich zucke zusammen. Laut fauchend bäumt sich eine Monokel Kobra auf. Jedoch macht sie keine Anstalten, nach vorne zu gehen. „Diese Schlange könnte auch ein bisschen Gift sabbern“, meint Oliver. „Ein Biss ist zwar schmerzhaft, bringt einen gesunden Menschen aber nicht um.“

Die Farm ist kein Streichelzoo

Seit 12 Jahren arbeitet Oliver nun schon als Tierpfleger täglich mit den Tieren. Trotzdem wurde er noch nie gebissen. „Ist halt kein Streichelzoo hier. Und das sollte einem immer bewusst sein.“ Als nächstes besuchen wir einen berühmten Mörder. Die Ägyptische Kobra soll Kleopatra getötet haben. Sie wird auch Schwarze Mamba genannt. „Die Schlange, bei der wir am meisten aufpassen müssen, ist die Schwarze Mamba. Sie ist wirklich böse und auch angriffslustig, wenn wir ihr Terrarium säubern wollen“.

Auf der Farm leben auch noch andere Tierarten. Zum Beispiel ein Leistenkrokodil, Schildkröten, Spinnentiere und Eckart, der netteste Leguan, den es gibt. „Viele Leguane halten Menschen lieber fern. Eckart ist da anders.“ Tatsächlich können wir das Tier sogar streicheln und Eckart scheint es zu genießen.

Wohl der Tiere im Fokus

Die Schlangenfarm Schladen hat seit August täglich von 10 bis 18 Uhr für Besucher geöffnet. Oliver und Svenja haben viel vor: Terrarien modernisieren, umbauen, Vorträge anbieten. Das Wohl der Tiere steht für sie im Fokus: „Wir behalten immer im Blick, dass wir ihnen genügend Platz und möglichst naturnahen Raum bieten. Auch bei Vergesellschaftungen achten wir darauf, dass sie sich wohlfühlen und miteinander auskommen.“ So haben sie einer Schnappschildkröte Fische mit ins Becken gesetzt, damit sie diese – wie ihre Artgenossen in der Natur – jagen und fressen kann. Allerdings bekam dieses Exemplar es mit der Angst zu tun, traute sich fortan wegen der Fische nicht mehr ins Wasser und zieht es bis heute vor, ihr Futter von Oliver und Svenja mit der Pinzette serviert zu bekommen. Auch das geht hier.

Weitere Infos findet ihr hier:

So kommst du hin:

RB42/RB43
Schladen
Die Schlangenfarm ist zwei Kilometer vom Bahnhof Schladen entfernt und zu Fuß oder mit dem Rad erreichbar.
Anika Werner

Anika Werner

Anika genießt das Landleben in Radbruch. Am liebsten erkundet sie mit ihrer Familie und den Hunden Dexter und Didi die Natur oder bestaunt auf Städtetrips Architektur und Geschichte.

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