Bild_Gemüsescheune von Hans-Martin Pölig in Wolfenbüttel
Bild: Bild: Anika Werner
Ausflugstipp

So muss Feierabend!

In Wolfenbüttel trifft man sich dienstags und freitags in Pöligs Gemüsescheune. Aus dem Einkauf wurde hier ein geselliges Miteinander.

„Du, Hans! Ich glaub, ich hab dich vorhin beschissen.“ Ein Mann mittleren Alters kommt in die Gemüsescheune und hält drei Bierflaschen über den Verkaufstresen. „Gib mir nochmal drei und zieh 70 Cent mehr ab.“ – „Gut, dass du das sagt. Ist mir gar nicht aufgefallen“, sagt Hans-Martin Pölig und kassiert seinen Kunden ab. „Danke.“

Die Gemüsescheune des Landwirts in zehnter Generation ist inzwischen viel mehr als eine Möglichkeit, regionales Obst und Gemüse, Eier, Blumen und Kräuter vom Erzeuger einzukaufen. Hier trifft man sich nach Feierabend oder wenn man gerade in der Nähe ist. Jeden Dienstag und Freitag von April bis Dezember von 16 Uhr an ist was los – Ende offen.

Burger, Bier, Wein und bunte Tüten

In der Scheune gibt es Bier, nebenan steht Lars Düe am Grill und bietet den Bewertungen nach den „best Burger in town“. Gegenüber bietet Claudia Isensee in ihrer Weinlaube Kostbarkeiten aus der Pfalz an. Für die Kleinen hat sie bunte Tüten zusammengestellt. In einer weiteren Hütte wird die Ernte von Hans-Martin Pölig verarbeitet und angeboten. Hier gibt es gegrillte Paprika und frisch belegte Wraps der Saison.

Auf der Wiese neben der Scheune stehen Bierzeltgarnituren und Stehtische. Radfahrer planen die Weiterfahrt am nächsten Tag. Zwei ältere Pärchen fachsimpeln über den Geschmack des Grauburgunders. In der Spielecke schaukeln, klettern und rutschen Kinder. Ein Mädchen buddelt sorgfältig eine Butterblume in die Sandkiste. Vorsichtig drückt sie den Sand fest. „Vielleicht wachsen dann hier noch mehr“, erklärt sie.

Hans-Martin Pölig startete 2001 mit dem Hofverkauf. „Damals hab ich in der Nachbarschaft Zettel verteilt“, erinnert er sich. Bald wurde auch Wein angeboten, den die Kunden vor dem Kauf gern kosten wollten. Der Weinstand etablierte sich schnell und Biertrinker bekamen ihr kühles Blondes. „Irgendwie hat sich das von allein immer weiterentwickelt. Es hat sich in Wolfenbüttel rumgesprochen und es kamen immer mehr Menschen. Wir boten Essen an, stellten Sitzgelegenheiten auf und überlegen uns immer wieder Neues.“ So gibt es in Pöligs Gemüsescheune Mai-, Sommer-, Ernte- und Oktoberfest mit Live-Musik.

Beim Bedienen spricht der Landwirt jeden mit Vornamen an. „Die meisten sind Nachbarn. Aber gerade, wenn es im Sommer warm ist, kommen die Menschen von weiter her. Da steht auch schon mal die ganze Straße voll mit Fahrrädern. Freitags ist es immer ein bisschen voller als dienstags. Da kommen meistens so um die 300 Leute.“ Eine Gemüsescheune mit Event-Charakter.

Weitere Infos findet ihr hier:

So kommst du hin:

RB42/RB43
Wolfenbüttel
Vom Bahnhof brauchst du etwa acht Minuten mit dem Fahrrad zu Pöligs Gemüsescheune, Alter Weg 44.
Anika Werner

Anika Werner

Anika genießt das Landleben in Radbruch. Am liebsten erkundet sie mit ihrer Familie und den Hunden Dexter und Didi die Natur oder bestaunt auf Städtetrips Architektur und Geschichte.

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